{"id":194,"date":"2016-11-13T12:37:05","date_gmt":"2016-11-13T10:37:05","guid":{"rendered":"https:\/\/ernstkoehler.wordpress.com\/?p=194"},"modified":"2016-11-13T12:37:05","modified_gmt":"2016-11-13T10:37:05","slug":"rede-bei-der-gedenkveranstaltung-der-stadt-konstanz-fuer-zoran-djindjic-am-23-maerz-2004","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/koehler-kn.de\/ernst\/rede-bei-der-gedenkveranstaltung-der-stadt-konstanz-fuer-zoran-djindjic-am-23-maerz-2004\/","title":{"rendered":"Rede bei der Gedenkveranstaltung der Stadt Konstanz f\u00fcr Zoran Djindjic am 23. M\u00e4rz 2004"},"content":{"rendered":"<p>Ernst K\u00f6hler<\/p>\n<p><em>Zum Text erl\u00e4utert Ernst K\u00f6hler: \u201eDie Rede ist ins Serbische \u00fcbersetzt worden und in der Belgrader Wochenzeitschrift &#8218;ekonomist&#8216; erschienen. Der hier erw\u00e4hnte liberale serbische Oppositionspolitiker Cedomir Jovanovic, nicht nur f\u00fcr mich der eigentliche politische Erbe Djindjics, hat den Text zudem in seine Homepage aufgenommen. Bei uns ist die Rede hingegen unver\u00f6ffentlicht geblieben.\u201c<\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_157\" aria-describedby=\"caption-attachment-157\" style=\"width: 236px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-157\" src=\"https:\/\/koehler-kn.de\/ernst\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/djindjic-bild.jpg\" alt=\"djindjic-bild\" width=\"236\" height=\"304\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-157\" class=\"wp-caption-text\">Zoran Djindjic wurde am 12. M\u00e4rz 2003 in Belgrad ermordet.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ich f\u00fcrchte, es ist keine Rede, was ich Ihnen hier vortragen m\u00f6chte, sondern eher eine Reportage, ein Bericht \u00fcber die Stipvisite, die wir Ende Februar in Belgrad gemacht haben. F\u00fcr mich war es die erste Kontaktaufnahme nach zwei Jahren. Aber es war nicht nur traurig, sondern auch befreiend \u2013 befreiend, weil die Leute, die Zoran Djindjic in Belgrad verteidigen, ihn auch verteidigen und sich nicht nach allen Seiten abzusichern suchen. In einem zweiten Anlauf gehe ich dann noch einmal etwas allgemeiner auf die j\u00fcngste politische Entwicklung in Serbien ein, so wie sie sich dem Besucher eben darstellt. Wovon soll man in diesem Fall sprechen \u2013 von einem Umschwung? Von einem R\u00fcckschlag? Von einer Wende?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>1.<br \/>\nDer Hinweis auf die Gedenkveranstaltung f\u00fcr Zoran Djindjic in Konstanz \u00f6ffnet uns einige T\u00fcren in Belgrad. \u201eSerbien hat Milosevic produziert, nicht Milosevic Serbien\u201c, so im Gespr\u00e4ch Cedomir Jovanovic, Europaminister in der gescheiterten Regierung Zivkovic und bereits seit dem Winter 1996\/ 1997 &#8211; seit den Massenprotesten gegen die F\u00e4lschung der Kommunalwahlen ein enger Mitarbeiter und Vertrauter von Zoran Djindjic in der Demokratischen Partei. Der harte Satz ist nur einer von vielen harten S\u00e4tzen, die in diesem freim\u00fctigen Treffen fallen. Der Mann, erst Anfang 30, ist eine ungew\u00f6hnliche Erscheinung. Er wirkt immer noch eher wie der Studentenf\u00fchrer, der er einmal war \u2013 zu jung, zu jugendlich fast f\u00fcr den selbstvergessenen Ernst, den er an diesem Abend zeigt. Die Trauer \u00fcber den Verlust seines Chefs, seines Vorbilds hat ihn offenkundig noch nicht verlassen. Aber das macht nur den Ton aus, in dem er spricht. Die Trauer mu\u00df sich in eine Verzweiflung \u00fcber den Zustand des Landes verwandelt haben. Er spricht die ganze Zeit \u00fcber nichts anderes als \u00fcber die politische L\u00fccke, die Zoran Djindjic hinterl\u00e4\u00dft \u2013 schonungslos, aber auch \u00fcberpointiert f\u00fcr unsere Begriffe. Ger\u00e4t Zoran Djindjic vor dieser Folie &#8211; in diesem trostlosen, eigenartig erstarrten Gesamtbild von der modernen serbischen Geschichte nicht doch zu einer \u00fcbergro\u00dfen oder \u00fcberhistorischen Gestalt? Immer wieder kommen geschliffene Aphorismen, die das r\u00fcckw\u00e4rts gewandte, reformunwillige Land blo\u00dfstellen und gei\u00dfeln. Seit zweihundert Jahren sei \u201ehier nichts geschehen\u201c, seit zweihundert Jahren verweigerten sich diese Gesellschaft und ihre Eliten beharrlich jeder umfassenden Erneuerung. Cedomir Jovanovic l\u00e4\u00dft vor uns so etwas wie eine B\u00fchne entstehen \u2013 eine der Hauptfiguren des St\u00fccks rede \u201enur in Phrasen\u201c. Sie wiederhole immer nur: \u201eSerbien ist sch\u00f6n, ihr seid ein gutes Volk, Serbien ist reich. Und wenn es dennoch leidet und darbt, so liegt das ausschlie\u00dflich an der unvertr\u00e4glichen Politik, die ihm einige selbsternannte Reformer aufzuzwingen versuchen.\u201c Niemals sage sie den Menschen, was sie nicht h\u00f6ren wollten: Ihr m\u00fc\u00dft euch \u00e4ndern. Ihr m\u00fc\u00dft lernen. Ihr m\u00fc\u00dft arbeiten. Ihr m\u00fc\u00dft in den Spiegel schauen. Aber der \u00f6ffentliche Schmeichler Vojislav Kostunica ist nur ein Nebenthema. Das Hauptthema dieser leidenschaftlichen Darlegungen ist die Abwesenheit einer entschlossenen Reformkraft in der gegenw\u00e4rtigen serbischen Politik. Der Parteitag der Demokratischen Partei vom 22. Februar hat zwar einen Film \u00fcber Djindjic auf dem Parteitag von 2000 gezeigt, aber das sei nur \u201ebilliges Pathos\u201c gewesen, keine W\u00fcrdigung, kein Bekenntnis zur Reformpolitik des ermordeten Premiers. Der Parteitag sei vielmehr programmatisch und strategisch leer geblieben. Sein einziges Thema sei die Demokratische Partei selbst gewesen. Cedomir Jovanovic selbst hat hier gesprochen. Seine Rede ist mit gro\u00dfem Beifall aufgenommen worden \u2013 die Best\u00e4tigung als stellvertretender Pr\u00e4sident der Partei hat er dennoch ganz knapp verfehlt. Ob bei den parteiinternen Wahlen alles mit rechten Dingen zugegangen ist, erscheint freilich mehr als zweifelhaft. Ein als unabh\u00e4ngig geltendes Belgrader Wochenmagazin wei\u00df von einer massiven, geradezu stalinistisch anmutenden Beeinflussung der Delegierten im Moment der Abstimmung zu berichten. (Vreme, 26. Februar 2004) Auch die ausgesprochen milde Kritik des frisch gew\u00e4hlten Parteif\u00fchrers Boris Tadic an den \u00fcberaus vagen Absichtserkl\u00e4rungen der neuen Regierung im Parlament verhei\u00dft nichts Gutes. Sie k\u00f6nnte bedeuten, da\u00df die Partei, mit Jovanovic zu sprechen, \u201eim Durchschnitt vers\u00e4uft\u201c \u2013 das hei\u00dft: im uferlosen, vielpoligen Sumpf des serbischen Nationalismus mit seinen informellen kirchlichen, milit\u00e4rischen,wirtschaftlichen, akademischen Machtzentren und Seilschaften zu versinken beginnt. In diesem Fall h\u00e4tten die Attent\u00e4ter vom 12. M\u00e4rz 2003 schlie\u00dflich doch erreicht, was sie wollten.<\/p>\n<p>Cedomir Jovanovic sagt uns gegen\u00fcber von sich selbst, da\u00df er \u201eschmutzige H\u00e4nde\u201c habe, \u201eaber ein reines Gewissen\u201c. Man kann in Belgrad \u00fcber ihn h\u00f6ren \u2013 gerade auch von integren Leuten, da\u00df er etwas Besonderes sei, da\u00df er Ideen habe, sich im gnadenlosen Machtkampf an der Seite von Zoran Djindjic aber leider \u201e allzu fr\u00fch verbraucht\u201c habe. Der ob seiner Kompromi\u00dflosigkeit unpopul\u00e4re, vielleicht sogar verha\u00dfte Politiker k\u00f6nnte heute sehr wohl in seiner physischen Sicherheit gef\u00e4hrdet sein. Es ist bezeichnend f\u00fcr das Klima im heutigen Belgrad, da\u00df es ausgerechnet Sonja Biserko vom Helsinki-Komitee ist, die uns das Gespr\u00e4ch mit dem umstrittenen Djindjic-Mann vermittelt. Wir haben hier eine Menschenrechtsaktivistin vor uns, die es verschm\u00e4ht und es sich auch kaum leisten kann, nur von den Menschenrechten zu sprechen. Das ist vielleicht die lehrreichste Erfahrung dieses Besuchs. Man mu\u00df im Serbien des Milosevic-Erbes, des politischen Mords und des j\u00fcngsten Wahlerfolgs der Radikalen wissen, auf welcher Seite man steht. Die Chance, sich aus dem gr\u00f6\u00dferen politischen Zusammenhang so etwas wie eine Nische f\u00fcr sein humanit\u00e4res Engagement herauszuschneiden und abzuzirkeln, gibt es in dieser Situation einer bedrohlich entgleisten Transformation gar nicht. Oder wenn es sie gibt, dann ist es nicht legitim, sie wahrzunehmen. Auf Zoran Djindjic selbst l\u00e4\u00dft Frau Biserko nicht den geringsten Schatten fallen. Und das ist nicht etwa blo\u00dfer Anstand gegen\u00fcber einem Politiker, der f\u00fcr seine mutigen Entscheidungen im Interesse des Landes schlie\u00dflich mit dem Leben geb\u00fc\u00dft hat \u2013 f\u00fcr die Auslieferung Slobodan Milosevics an den Strafgerichtshof in Den Haag insbesondere, der den kriminell vernetzten und in den Kriegen der 90er Jahre schwer belasteten Schattenstaat des alten Regimes alarmiert hat. So wie jetzt hat Sonja Biserko schon \u00fcber Djindjic geredet, als er noch lebte: Bei einem Gespr\u00e4ch im April 2002 hat sie gesagt, seit er an der Macht sei, habe er sich ver\u00e4ndert. Wenn er die n\u00e4chsten Wahlen \u00fcberstehe, k\u00f6nne er noch sehr wichtig f\u00fcr dieses Land werden \u2013 nicht gerade ein Kotau vor dem gesunden Menschenverstand, der Macht ja geradezu reflexhaft mit Korrumpierung zu assoziieren pflegt. \u201eUm Gottes Willen, hoffentlich sagt sie das nicht \u00f6ffentlich \u2013 sonst \u00fcberstehe ich die Wahlen bestimmt nicht\u201c, war damals die Reaktion von Zoran Djindjic. Es ist politische Einsicht, die Sonja Biserko in ihrem Urteil leitet. Heute verbreiten sich in Belgrad nur die erneut entfesselten, giftigen Feinde der Reform lautstark \u00fcber die Verbindungen Zoran Djindjics zum organisierten Verbrechen. Man hat da anscheinend eine regelrechte Kampagne der Diffamierung und der posthumen Kriminalisierung in Gang gesetzt. Offenbar macht Zoran Djindjic seinen Feinden immer noch Angst. Deshalb m\u00f6chte man den Ministerpr\u00e4sidenten zum politischen Paten machen, der eben einfach von konkurrierenden Gangstern umgebracht worden ist. Wenn man nur k\u00f6nnte, w\u00fcrde man auch den laufenden Proze\u00df gegen die mutma\u00dflichen M\u00f6rder Djindjics zu einem Proze\u00df gegen das Opfer selbst umfunktionieren. Da\u00df man es nicht kann, daf\u00fcr k\u00e4mpft mit ganzem Engagement und mit ganzem Risiko Rajko Danilovic, der Ruzica Djindjic in dem Proze\u00df vertritt. Aber es wird immer schwerer und immer gef\u00e4hrlicher \u2013 wenige Tage, nachdem wir mit dem unbeugsamen Anwalt gesprochen haben, wird am 1. M\u00e4rz Kujo Krijestorac ermordet, einer der wichtigsten Zeugen im Proze\u00df gegen die mutma\u00dflichen M\u00f6rder Zoran Djindjics. Laut einer dpa-Meldung bleibt Rajko Danilovic dennoch zuversichtlich \u2013 Krijestoracs Aussage werde im Gerichtssaal verlesen und sei daher geeignet, einige oder alle Angeklagten zu belasten.<br \/>\nWie auch andere herausragende Leute aus der mittlerweile sehr einsamen liberalen Intelligenz Belgrads pariert Sonja Biserko unsere Frage nach den Kontakten Dindjics zu den Sicherheitsapparaten und Mafiaorganisationen der Milosevic-\u00c4ra mit der Gegenfrage: Mit wem h\u00e4tte er denn sonst verhandeln sollen &#8211; andere politische F\u00fchrer hatte Milosevic nicht hinterlassen. Und unsere pflichtschuldige Frage nach dem achtlosen Umgang Djindjics mit den politischen Institutionen kontert sie mit der Frage: Gab es denn welche? Und was machen Sie, wenn sich gerade in den aus dem alten Regime weitergeschleppten Institutionen wie etwa im Verfassungsgericht oder im Parlament oder hinter dem Pr\u00e4sidenten jene Kr\u00e4fte eingenistet haben, die jede Reform bek\u00e4mpfen und blockieren? Ganz ungeschoren kommt der prinzipienfeste Besucher aus dem Westen nicht davon im Belgrad von heute. Er sollte sich zumindest eingestehen, da\u00df er aus einem gefestigten demokratischen Gemeinwesen kommt und nach ein paar irritierenden Tagen wieder dorthin zur\u00fcckkehrt.<\/p>\n<p>Die uns am meisten beunruhigende Frage legen wir Latinka Perovic vor \u2013 vielleicht weil die Historikerin selbst einmal politische Verantwortung getragen hat. Den gegenw\u00e4rtigen R\u00fcckschlag stellt sie in eine gro\u00dfe historische Perspektive, die auch ihn fast katastrophisch gro\u00df erscheinen l\u00e4\u00dft. Die Radikalen sind wieder m\u00e4chtig, die orthodoxe Kirche vertritt offen antieurop\u00e4ische Positionen, und auch die Literaten-Strategen der Akademie der Wissenschaften und K\u00fcnste \u2013 inklusive Dobrica Cosic &#8211; haben nach dem \u201eMemorandum\u201c von 1986 jetzt erneut zugeschlagen und ein 500 Seiten-Dokument nationalistischer Unbelehrbarkeit publiziert. Vojislav Kostunica nennt Perovic \u201eeine Art Parasit\u201c an dem gest\u00f6rten, auch in fr\u00fcheren Epochen immer nur partiellen, immer wieder zur\u00fcckgenommenen Modernisierungsproze\u00df Serbiens. Boris Tadic, im Westen als couragierter Verteidigungsminister von Serbien und Montenegro hochgesch\u00e4tzt, habe noch \u00fcberhaupt nicht klar zu erkennen gegeben, wer er sei. Nur f\u00fcr Zoran Djindjic scheint Latinka Perovic ihre besondere Distanziertheit oder Abgekl\u00e4rtheit einmal verlassen zu wollen. Sie spricht \u00fcber ihn mit W\u00e4rme und Hochachtung, ja Verehrung. Das Wort tragisch nimmt sie nicht in den Mund, aber vielleicht nur aus Stilgef\u00fchl nicht. Zoran Djindjic war f\u00fcr sie \u201eein Mann des Konzepts, der Idee, nicht der Macht\u201c \u2013 schon das geeignet, das Urteilsverm\u00f6gen mancher unserer S\u00fcdosteuropa-Korrespondenten in Zweifel zu ziehen. Sein Optimismus, so habe er ihr einmal bei einer pers\u00f6nlichen Begegnung gesagt, verdanke sich zwei Punkten \u2013 einmal \u201edem Bewu\u00dftsein, da\u00df wir schon ganz unten sind, tiefer kann man kaum mehr fallen; und dann ist da der internationale Zusammenhang, der uns unterst\u00fctzt und Auftrieb gibt\u201c. Hier glaubt man tats\u00e4chlich, Zoran Djindjic reden zu h\u00f6ren. Abgesehen von Marko Nikezic, neben Perovic selber der f\u00fchrende Reformkommunist der fr\u00fchen 70er Jahren, habe Serbien in seiner Geschichte bislang keinen Reformer von vergleichbarem Format hervorgebracht. Unmittelbar nach seinem Tod habe sich ein Vakuum aufgetan. Es sei ein unersetzlicher Verlust f\u00fcr das kaputte und desorientierte Land. Die Auslieferung Milosevics bezeichnet Latinka Perovic als eine \u201ekapitale Entscheidung\u201c &#8211; wieder eine Formulierung, die bei uns kaum je so zu lesen war. Wir fragen Latinka Perovic, ob Zoran Djindjic die serbischen Verbrechen in Kroatien, in Bosnien, im Kosovo einmal \u00f6ffentlich angesprochen habe. Die Antwort &#8211; w\u00f6rtlich: \u201eNein, das hat er nicht getan. Aber ich nehme ihm das nicht \u00fcbel. Zoran Djindjic war sich \u00fcber die Wahrheit pers\u00f6nlich im klaren. Aber es ist nicht die Aufgabe des Regierungschefs, sie auszusprechen. Es ist die Aufgabe der zivilen Gesellschaft.\u201c Es sind stolze Worte. Wenn ich sie paraphrasieren darf: Ein Regierungschef ist ein Regierungschef, kein Stellvertreter. Wir k\u00f6nnen nicht auch noch unsere tiefsten Probleme einem Politiker aufb\u00fcrden, der sich auch so schon f\u00fcr sein Land aufgeopfert hat. Die Rede ist hier nicht von irgendeiner nat\u00fcrlichen Arbeitsteilung \u2013 die Rede ist von einer un\u00fcberschreitbaren Grenze, der sich gerade ein auf Frieden, Reform und Reintegration gerichtetes Regierungshandeln im Serbien nach Milosevic konfrontiert sieht. Die Antwort ist umso bemerkenswerter, als Latinka Perovic die Verbrechen dann als \u201edie Frage unserer Zeit\u201c bezeichnet. Indem sie die moralisierenden Implikationen unserer Fragestellung zur\u00fcckweist, l\u00e4\u00dft sie uns teilnehmen an einem moralistischen Diskurs anderer und eigenst\u00e4ndiger Art. Sie berichtet von Diskussionsforen in der serbischen Provinz, an denen sie teilgenommen und auf denen sie die Kriegsverbrechen thematisiert habe. Das Publikum habe darauf mit Schweigen reagiert. Was f\u00fcr ein Schweigen? Und dann kommt ein Satz, der wohl nur von Latinka Perovic kommen kann: \u201eDie Leute wissen wohl im Hinterkopf, worum es sich handelt. Aber es ist schwer, Menschen zum Sprechen zu bringen. Es gelingt nur, wenn sie sich vorstellen k\u00f6nnen, da\u00df so etwas auch ihnen selbst widerfahren k\u00f6nnte.\u201c<br \/>\n2.<br \/>\nAn Zoran Djindjic scheiden sich heute in Belgrad immer noch die Geister oder besser die politischen Lager. Es gibt offenbar reichlich Leute mit Macht und Einflu\u00df, die die Erinnerung an ihn zerst\u00f6ren m\u00f6chten. Aber es gibt auch eine unbeirrbare Minderheit, die seine Leistung und sein politisches Erbe zu w\u00fcrdigen sucht. Wenn wir unseren Gespr\u00e4chspartnern mit einer Form der Kritik aufwarten, wie sie bei uns fast schon zum guten Ton geh\u00f6rt, fangen wir uns regelm\u00e4\u00dfig eine sp\u00f6ttische oder bei\u00dfende Abfuhr ein. Zum Todestag von Zoran Djindjic hie\u00df es in der Neuen Z\u00fcrcher Zeitung wieder: \u201eDie Charakterisierung Djindjics als Politiker, der zum Erreichen seiner Ziele moralische und manchmal auch rechtstaatliche Prinzipien vernachl\u00e4ssigte, ist zweifellos zutreffend.\u201c (NZZ, 13.\/14. M\u00e4rz 2004). Ein solcher Satz k\u00e4me den k\u00e4mpferischen liberalen Demokraten, wie wir sie in Belgrad getroffen haben, nie \u00fcber die Lippen. Er g\u00e4lte ihnen wohl als Zeugnis mangelnder Vorstellungskraft. Das w\u00e4re mein erster Punkt.<br \/>\nIn einem zweiten Abschnitt verlasse ich diesen festen Boden und begebe mich auf ein ziemlich unsicheres Gel\u00e4nde. Aber ich m\u00f6chte eine Frage wenigstens streifen, die sich wohl jeder stellt, der sich nur \u00fcberhaupt f\u00fcr Serbien und den Balkan interessiert: Was ist inzwischen noch \u00fcbrig von der Politik Zoran Djindjics? I s t \u00fcberhaupt noch etwas davon \u00fcbrig? Man kann heute in Belgrad lesen oder h\u00f6ren, da\u00df die Reformpolitik von Zoran Djindjic nur eine \u201eEpisode\u201c in der serbischen Politik war. Latinka Perovic spricht sogar von einem \u201eincident\u201c, einem Zwischenfall. Man hat das Gef\u00fchl, hier dr\u00fccke sich die bittere Entschlossenheit aus, sich auf gar keinen Fall etwas vorzumachen und die politische Realit\u00e4t um keinen Preis zu verharmlosen. Ich m\u00f6chte hier daf\u00fcr pl\u00e4dieren, nicht so weit zu gehen. Es erscheint mir schwer vorstellbar, da\u00df Serbien jetzt die eingeschlagene Richtung auf kapitalistische Demokratie und europ\u00e4ische Integration wieder verl\u00e4\u00dft und als einziges Land S\u00fcdosteuropas Wei\u00dfru\u00dfland ins Abseits, ins Nichts folgt. Das ist mein zweiter Punkt.<br \/>\n\u201eSie haben zwei kleine Kinder. Was w\u00fcnschen Sie sich f\u00fcr die Zukunft Serbiens?\u201c lautet die letzte Frage eines Interviews, das Zoran Djindjic 2001 einer gro\u00dfen deutschen Tageszeitung gab. Die Antwort: \u201cDa\u00df wir so wie Griechenland werden \u2013 ein mediterranes Land, in dem die Leute nicht so gerne arbeiten. Aber wo grunds\u00e4tzliche Dinge stimmen: pers\u00f6nliche Sicherheit, da\u00df man ruhig schlafen kann. Freie Medien. Ein normales l\u00e4ssiges Leben mit ein bi\u00dfchen Business. Da\u00df man B\u00fccher kaufen kann, da\u00df man im Internet surft. Da\u00df wir Teil der europ\u00e4ischen Zivilisation sein k\u00f6nnen, ohne uns aufzuopfern und zuviel sparen zu m\u00fcssen. F\u00fcr einen Revolution\u00e4r ist das doch ein realistisches Ziel, oder?\u201c (Frankfurter Rundschau , 9. Juni 2001) Und das sollte heute nicht auch der Wunsch eines gro\u00dfen, wenn nicht des \u00fcberwiegenden Teils der B\u00fcrger des Landes sein &#8211; nach dem Bankrott Slobodan Milosevics und seines Sonderwegs, wie er im Oktober 2000 dann Hundertausende zorniger, erbitterter Menschen nach Belgrad gef\u00fchrt hatte? Aber auch das ist noch zu schwach formuliert: Welcher j\u00fcngere Mensch in Serbien \u2013 soweit er \u00fcberhaupt noch da ist und nicht bereits irgendwo im Ausland, welcher Mensch mit famili\u00e4rer Verantwortung m\u00fc\u00dfte sich mit dieser Perspektive nicht mindestens ernstlich auseinandersetzen, ganz egal wo er politisch steht? Eine Frau von Mitte 40, die bei einer Belgrader Zeitung als Korrektorin arbeitet, sagt uns, da\u00df sie ihre laute, turbulente Stadt noch nie \u201eso still\u201c erlebt habe wie in den Tagen nach dem Mordanschlag vor einem Jahr. Die Anteilnahme der Bev\u00f6lkerung am Begr\u00e4bnis war, wie man sich erinnert, \u00fcberraschend gro\u00df \u2013 eine spontane schweigende Demonstration gegen die Gewalt bei der Austragung politischer Konflikte. Aber nehmen wir ruhig einmal an, das alles gelte heute nicht mehr. Es sei binnen einiger Monate wieder von ganz anderen Haltungen oder Stimmungen verdr\u00e4ngt worden. Nicht ausgel\u00f6scht, aber beiseite geschoben. Schlie\u00dflich haben soeben 28 % der W\u00e4hler f\u00fcr die Seselj-Partei votiert, die bekanntlich ihr Gro\u00dfserbentum niemals auch nur im mindesten korrigiert hat. Und wenn die neue Regierung demn\u00e4chst scheitern sollte, was sehr gut m\u00f6glich ist, dann k\u00f6nnten es bei Neuwahlen noch mehr Prozente werden. Auch in diesem Fall wird man realistischerweise eher von einer heftigen Schwankung der politischen Konjunktur sprechen als von einer epochalen Wende. Es findet nicht alle paar Jahre eine epochale Wende statt. Interessanterweise ist es der j\u00fcngste unter unseren Gespr\u00e4chspartnern, ein 22-j\u00e4hriger Biologie-Student, der uns die k\u00fchlste Diagnose der aktuellen Lage offeriert. Die Verbesserungen des Alltagslebens in den Jahren nach Milosevic \u2013 normale Versorgung mit Treibstoff an der Tankstelle; Zug\u00e4nglichkeit von Medikamenten in der Apotheke \u2013 sind danach so handgreiflich und gravierend, da\u00df niemand es wagen kann, sie erneut zu gef\u00e4hrden. Das politische Geschehen des letzten Jahres hakt der junge Mann unger\u00fchrt als Stagnationsphase der Transformation ab, \u201edie dann vermutlich wieder in eine neue Phase der Transformation \u00fcbergeht und so fort\u201c. Was jetzt absolute Priorit\u00e4t habe, sei die politische Kontrolle der staatlichen und parastaatlichen Repressionsapparate, die Durchsetzung von Rechtsstaat und Rechtssicherheit, weil nur so Kapital ins Land komme. Da haben wir es wieder: das elementare Interesse an der Herstellung von normalen europ\u00e4ischen Verh\u00e4ltnissen und Lebensm\u00f6glichkeiten, wie es in manchen besorgten Analysen entschieden zu kurz kommt und hinter das durchaus fragw\u00fcrdige Bild einer Nation ohne N\u00fcchternheit und ohne Realit\u00e4tssinn zur\u00fccktritt. Auch die Einf\u00fchrung einer spezifischen longue dur\u00e9e, von strukturellen Kontinuit\u00e4ten der modernen serbischen Geschichte, wie sie k\u00fcrzlich etwa Latinka Perovic in einem Gespr\u00e4ch mit der Neuen Z\u00fcrcher Zeitung vorgeschlagen hat (NZZ, 2. M\u00e4rz 2004), weist eine problematische Seite auf; denn auch dieses Verfahren f\u00fchrt letztlich dazu, das Gewicht, die praktische Relevanz aktueller \u00dcberlebensstrategien zu mindern \u2013 diesmal eben zugunsten erdr\u00fcckender traditioneller Formen der Vergesellschaftung und des Selbstverst\u00e4ndnisses.<\/p>\n<p>Bei alledem sollte man auch nicht vergessen, da\u00df Zoran Djindjic auf dem H\u00f6hepunkt seiner Machtentfaltung ermordet worden ist \u2013 was etwas anderes ist als Popularit\u00e4t, in der ihm der abgetakelte Gegenspieler bis zuletzt \u00fcberlegen war. Die m\u00f6rderische Gewalt kam aus der Defensive, aus der Niederlage, aus der Furcht vor den unmittelbar bevorstehenden Ma\u00dfnahmen der Regierung gegen die Sicherheitsapparate der Milosevic-\u00c4ra. Danach ist die Reformpolitik nicht wirklich weitergef\u00fchrt worden \u2013 bei allen Anstrengungen der Regierung Zivkovic gegen die organisierte Kriminalit\u00e4t, die Respekt verdienen und hier nicht kleingemacht werden sollen. Bei Licht betrachtet, ist nicht die Reform unter Djindjic, sondern das Versanden der Reform unter Zivkovic mit dem Wahlergebnis vom Dezember quittiert worden. Und der fortschreitende Zerfall des Regierungsb\u00fcndnisses DOS ist damit abgestraft worden. Auch als Zajedno nach seinem politischen Erfolg nichts Rechtes mit diesem Erfolg anzufangen wu\u00dfte und auseinanderfiel, hat es eine Phase der tiefen Frustration und Entpolitisierung gegeben. W\u00e4ren die Wahlen nicht im Dezember, sondern im Mai abgehalten worden \u2013 noch unter dem Eindruck des breit akzeptierten Ausnahmezustandes, w\u00e4ren sie wohl ganz anders ausgefallen. Wenn schon eine Politik, die gerade die wirtschaftlich und sozial schw\u00e4cheren Schichten schwer belastet und entsprechend verunsichert, dann mu\u00df sie offensiv vertreten und umgesetzt werden. Sie mu\u00df Kraft entfalten &#8211; das gilt nicht nur in Serbien. Halbherzigkeit in Lebensfragen potenziert die Unsicherheit der Menschen noch. Eine Politik, die ans Eingemachte geht, mu\u00df auf die wachsende Einsicht der Betroffenen setzen. Sie mu\u00df ein Angebot machen. Sie mu\u00df der Reife der B\u00fcrger v o r g r ei f e n \u2013 anders kann sie niemanden \u00fcberzeugen. Knapp ein Jahr vor seinem Tod hat Zoran Djindjic mir in seinem Arbeitszimmer im Regierungsgeb\u00e4ude erl\u00e4utert, wie er es machte: \u201eIch gebe dir ein Beispiel. Wir waren k\u00fcrzlich in Bor. Seit hundert Jahren ist hier Kupfer erzeugt worden. 20 000 Menschen h\u00e4ngen daran. Es geht aber nicht mehr. Mit jeder Tonne, die sie auf dem Weltmarkt verkaufen, machen sie sich selbst \u00e4rmer. Mit jeder Tonne verlieren sie 200 Dollar. Ich bin vor die Leute getreten \u2013 an die 5000 Menschen hatten sich dort versammelt \u2013 und habe ihnen gesagt: Ich habe zwei Nachrichten f\u00fcr Sie \u2013 eine gute und eine schlechte. Welche wollen Sie zuerst h\u00f6ren? Die schlechte! Also die schlechte: Sie werden kein Kupfer mehr haben. Es ist definitiv aus mit dem Kupfer von Bor. Es rentiert sich nicht mehr. Sie k\u00f6nnen davon nicht mehr leben. Nie mehr! Und die gute Nachricht? Die gute lautet: 99% der Menschheit hatte noch nie Kupfer und lebt immer noch. Was dann folgte, war eine halbe Stunde Tumult. Aber dann beruhigten sie sich langsam, und es kamen Fragen: Was ist die Alternative. Ich habe zur\u00fcckgefragt, wieviel Holz sie h\u00e4tten. Es gibt reichlich Holz in der Gegend. Aber es gibt keine nennenswerte holzverarbeitende Industrie \u2013 bislang sind nur die geschlagenen St\u00e4mme exportiert worden. Niemand konnte eine Antwort geben, und ich habe ihnen gesagt, sie w\u00fc\u00dften nicht, wieviel Holz sie hier h\u00e4tten, weil sie sich auf das Kupfer fixiert haben.\u201c<br \/>\nNur eine Episode? Man kann sagen, da\u00df diese die Menschen fordernde und wohl auch \u00fcberfordernde Politik nicht genug Zeit gehabt hat; da\u00df sie ihres f\u00fchrenden Geistes beraubt worden ist; da\u00df sie vorerst ein Torso geblieben ist. Aber wie will man denn begr\u00fcnden, da\u00df sie keine Spuren im Denken der Menschen hinterlassen h\u00e4tte? Keine einzige der gro\u00dfen Erfahrungen, die die serbische Gesellschaft in der j\u00fcngsten Vergangenheit gemacht hat, d\u00fcrfte spurlos versackt sein \u2013 nicht der w\u00fcste Untergang des alten Staatsverbandes; nicht die nur fadenscheinig verdeckte Teilnahme an den Kriegen; nicht die Fl\u00fcchtlingsmassen; nicht die Isolierung und zunehmende Pauperisierung Serbiens unter Milosevic; nicht der Schock und die Verletzung der Nato-Bombardements; nicht die Entmachtung Milosevics; nicht der Wiedereintritt in die Staatengemeinschaft und die beginnende Normalisierung unter Djindjic. Alles dies dr\u00e4ngt sich auf engstem Zeitraum zusammen, und alles ist noch voll pr\u00e4sent. Das ist kaum eine Gesellschaft, die jetzt wieder in ihre verschlissenen Mythen abtauchen k\u00f6nnte. Wer w\u00e4re in der Lage, diese \u00dcberf\u00fclle von frischer, traumatischer Zeitgeschichte zu kontrollieren &#8211; die Akademie etwa oder die Kirche oder gar einer der politischen Unternehmer der Rechten? Sie k\u00f6nnen alle nur das eine oder andere willk\u00fcrlich herausrei\u00dfen und es als den Schl\u00fcssel zum Verst\u00e4ndnis der Lage verkaufen \u2013 das vermeintliche Unrecht der Nato-Angriffe; die vermeintliche politische Voreingenommenheit des Haager Tribunals; die vermeintliche Schuldlosigkeit der Kosovo-Serben. Der von Zoran Djindjic gewiesene Weg ist objektiv alternativlos. Er ist alternativlos vern\u00fcnftig. Wieso sollte ausgerechnet Serbien, das so leidvoll sp\u00e4t auf ihn eingeschwenkt ist, ihn jetzt schon wieder verlassen wollen? Die pessimistische Diagnose mu\u00df umgekehrt argumentieren: gerade weil Serbien so sp\u00e4t dran ist, bleibt das Land g\u00e4nzlich unberechenbar \u2013 die Unruhen der letzten Woche offenbaren es ja wieder, wird man vielleicht hinzuf\u00fcgen. Logik steht da gegen Logik. Aber den verheerenden Preis f\u00fcr die sinnlose Versp\u00e4tung zahlt jeder einfache Mensch in Serbien, und er zahlt ihn t\u00e4glich. Es ist nicht anzunehmen, da\u00df ihm diese Zusammenh\u00e4nge g\u00e4nzlich verborgen bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ernst K\u00f6hler Zum Text erl\u00e4utert Ernst K\u00f6hler: \u201eDie Rede ist ins Serbische \u00fcbersetzt worden und in der Belgrader Wochenzeitschrift &#8218;ekonomist&#8216; erschienen. Der hier erw\u00e4hnte liberale serbische Oppositionspolitiker Cedomir Jovanovic, nicht nur f\u00fcr mich der eigentliche politische Erbe Djindjics, hat den Text zudem in seine Homepage aufgenommen. 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